Motivation & Leistung

Motivation durch Ziele

Ziele lassen sich als Soll-Grössen verstehen, die mit dem ist-Zustand – der aktuellen Situation – verglichen werden. Führt dieser Vergleich zu Differenzen, wir der Ist-Zustand solange bearbeitet, bis er dem angestrebten Soll-Zustand entspricht.

Der Zusammenhang zwischen Zielen und der Leistung lässt sich in zwei Sätze fassen:

  1. Anspruchsvolle Ziele führen zu besseren Leistungen als mittlere oder leicht zu erreichende Ziele
  2. Präzise, spezifische Ziele führen zu besseren Leistungen als allgemeine, vage Ziele (im Sinne von «geben Sie ihr Bestes»).


Entscheidend ist dabei die Frage: Worauf kommt es bei der Zielsetzung an?



Zielbindung

Mit dem Begriff «Zielbindung» wird die Verbundenheit, das Gefühl der Verpflichtung gegenüber einem Ziel beschrieben. Je stärke sich Lernende an ihre Ziele gebunden fühlen, desto enger ist der Zusammenhang mit der Leistung. 



Eine gute Möglichkeit, Zielbindung beim Lernenden zu erreichen, ist die Mitwirkung: Wenn Lernende über die Ziele mitentscheiden können, fühlen sie sich stärker an die Ziele gebunden. Das wird gewöhnlich durch Zielvereinbarungen erreicht, bei denen im Gespräch die Vorstellungen des Lernenden und des/r Berufsbildners/-in abgeglichen werden. Wenn die Lernenden wenig Einfluss auf die Zielformulierung nehmen können, kann man als Berufsbildnerin den Lernenden das Ziel gut erklären, Sinn und Zweck aufzeigen, sie davon überzeugen. 



Selbstwirksamkeit

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Selbstwirksamkeit bzw. die Stärke der Überzeugung, eine Aufgabe erfolgreich erledigen zu können (aufgabenspezifisches Selbstvertrauen). Wer sich zutraut, eine bestimmte Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, erlebt sich als selbstwirksam. Lernende mit einer hohen Selbstwirksamkeitsüberzeugung setzen sich herausfordernde und realistische Ziele, setzen mehr Energie in ihr Tun, sind ausdauernder, resistenter gegen Stress – sie bringen insgesamt bessere Leistungen.

Selbstwirksamkeit der Lernenden positiv beeinflussen – Berufsbildende können…
  • Immer wieder Feedback geben (konstruktiv!)
  • Auf ihre Autorität achten – fachkompetent sein, über grundlegendes Methodenwissen verfügen und den Lernenden gegenüber menschliche Qualitäten zeigen
  • aufzeigen, wie sich die Lernenden durch die Realisierung der Ziele persönlich bzw. beruflich weiter entwickeln können
  • verdeutlichen, dass die Lernenden durch die Zielerreichung ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen
  • Unterstützung anbieten und Vertrauen in die Leistungsfähigkeit zeigen
  • überzeugende Begründungen für die Zielhöhe liefern
  • als Vorbild für gewünschtes Verhalten dienen

Rückmeldung
Auf dem Weg zur Zielerreichung ist es wichtig zu wissen, wo ich diesbezüglich stehe. Die Rückmeldung kann aus der Tätigkeit selber kommen oder aber von der Führungsperson. Folgende Punkte können helfen:

Rückmeldung geben
  • unmittelbar nach dem Verhalten
  • Nur auf konkrete Vorfälle, Aufgaben oder Projekte, keine Schlussfolgerungen
  • Nur über Arbeitsverhalten oder Arbeitsergebnisse, nicht über die Persönlichkeit
  • Eigenbeobachtungen und Beweggründe der Lernenden erfragen
  • Nach anderen Verhaltensmöglichkeiten nachfragen
  • nächste Schritte definieren, nicht «sitzen lassen»

Komplexität der Arbeitsaufgabe
Komplexe Aufgaben sind durch eine Vielzahl von Handlungsschritten gekennzeichnet, welche geplant und koordiniert werden müssen. Ist diese Komplexität zu hoch und überfordert den/die Lernende, ist der Zusammenhang von Ziel und guter Leistung gefährdet. Es ist deshalb wichtig, dass die Aufgabenkomplexität von den Lernenden bewältigt werden kann, also nicht zu hoch ist.

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