Motivation & Leistung

Aufgaben beginnen und auch durchziehen

Mit einer Arbeit zu beginnen resp. sie dann auch durchzuziehen, ist für viele Menschen immer wieder eine Herausforderung – dies gilt insbesondere für Lernende (s. Jugendalter). Es lauern verschiedenste Verlockungen und Störungen, welche es uns erschweren, eine Aufgabe zu erledigen:

  • Der Kaffee-Geruch aus dem Pausenraum lenkt Sie von der Aufgabe ab.
  • Ein Korridor-Gespräch zwischen zwei Kollegen bindet Ihre Aufmerksamkeit und unterbricht Ihre Arbeit.
  • Ihre Gedanken schweifen immer wieder ab zu einer anderen Aufgabe, die Sie bis Ende Woche auch noch erledigen müssen und nicht gerade Spass machen wird.
  • Sie ärgern sich über ein Gespräch mit einem Kollegen, das Sie gestern hatten und in dem keine Lösung in einem Konflikt gefunden werden konnte.
  • Sie entdecken in Ihrem Bücherregal Unterlagen, die Sie schon lange einordnen sollten – und prompt entscheiden Sie sich, dies zu Ungunsten der angefangenen Tätigkeit zu tun
  • usw.


Was hilft uns, dass es uns gelingt, dranzubleiben? Wie können Sie als Berufsbildner/-in die Lernenden unterstützen?

Abbildung: Strategien der Handlungskontrolle (nach Kuhl).
Strategien der Handlungskontrolle
Aufmerksamkeitssteuerung

Strategie:
Die Aufmerksamkeit muss selektiv auf die Informationen/Faktoren gerichtet sein, die zur vorgenommen Aufgabe gehören und für deren Ausführung relevant sind.

Beispiel:
Der Lernende Hans arbeitet als KV-Stift an Buchungen für einen Kunden. Während er die Buchungen macht, erscheinen auf dem Bildschirm immer wieder Meldungen bezüglich eingehender E-Mails. Hans schenkt diesen Meldungen keine Beachtung, sie sind für Buchungen nicht relevant.
Enkodierungskontrolle
Strategie:
Kommen während Handlung neue Informationen hinzu, sollen jene tiefer entschlüsselt (encodiert) werden, welche für die erfolgreiche Ausführung der vorgenommen Handlung dienlich sind.

Beispiel:
Während Hans die Buchungen macht, stösst er auf einen Code, den er noch nie gesehen hat. Da dieser Code für die Buchung relevant ist, recherchiert er darüber länger nach bis er genau verstanden hat, was damit gemeint ist. Diese Information ist wichtig für die Ausführung der Buchung.
Emotionskontrolle
Strategie:
Es sollen jene Emotionen erzeugt und gefördert werden, welche der Ausführung der Aufgabe dienlich sind.

Beispiel:
Hans ist heute nicht gerade gut aufgestanden. Bevor er mit den Buchungen beginnt, versucht er, eine einigermassen positive Stimmung zu erlangen. Er denkt an Situationen im Beruf aber auch privat, in denen er zufrieden war und mit denen er positive Gefühle verbinden kann. Diese positivere Stimmung wird es ihm erleichtern, die Buchungen auszuführen.
Motivationskontrolle

Strategie:
Die erwarteten positiven Auswirkungen einer erfolgreichen Ausführung der Aufgabe werden vor Augen geführt: Stolz, Belohnung, positive Feedbacks, künftig Übernahme anderer Aufgaben usw.

Beispiel:
Hans hat die Buchungen, welche nicht gerade als spannendste und interessanteste Arbeit gilt, noch nicht viele Male gemacht. Aus Erfahrung weiss er aber, dass er bei erfolgreichem Abschluss Stolz empfindet, er gute Rückmeldungen der/des PB resp. der Teamleiterin erhält und er sich so empfehlen kann für andere Aufgaben. Diese Punkte macht er sich während der Arbeit an den Buchungen bewusst und sie helfen ihm, die Motivation hoch zu halten oder wieder entstehen zu lassen.
Umweltkonrolle
Strategie:
Vorsorge, sich gegen unterwünschte potenzielle Verlockungen/Ablenkungen abschirmen/schützen, eine Umgebung einrichten, welche die Arbeit erleichtern.

Beispiel:
Hans hat sich für die Aufgabe mit den Buchungen in einen Nebenraum gesetzt. Dort ist er alleine, die Fenster sind auf einer Höhe, die keinen Blick hinaus zulassen, sein Handy hat er an seinem Pult gelassen und an die Türe des Nebenraums hat er ein «Bitte nicht Stören» -Schild gehängt.
Sparsamkeit der Informationsverarbeitung
Strategie:
Während der Handlung nicht zu sehr zusätzliche Informationen berücksichtigen und in die Überlegungen einbeziehen.

Beispiel:

Nach dem er den 1. Teil der Buchungen gemacht hat, gelangt er nun zum 2. Teil. Diesen Teil kann man auf verschiedene Arten bearbeiten. Hans überlegt sich kurz einen Plan, wie er vorgehen will und startet dann prompt. Wenig hilfreich wäre, wenn er sich lange überlegen würde, wie er denn nun vorgehen möchte, welches im Detail die Vor- und Nachteile sind, was wohl die Teamchefin sagen würde usw. – es ginge sehr lange, bis er endlich mit dem Handeln anfangen würde (Balance zwischen Planung der Handlung und Start/Fortführung der Handlung finden).

Unterstützen Sie als Berufsbildner/-in die Lernenden:

  • Verständnis dafür, dass das „Dranbleiben“ schwierig ist (ist es für uns Erwachsene auch)
  • Informationen über das Konzept der Handlungskontrolle
  • Hilfe zur Selbsthilfe für die Lernenden:

    • Wann fällt es mir besonders schwer, dranzubleiben? In welchen Situationen, bei welchen Aufgaben?
    • Wenn ich merke, dass ich abschweife: Was tue ich dann? Was hilft mir, dranzubleiben?

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