Führung von Lernenden

Erholung als Ressource

Oft erwähnen Berufsbildner/innen, dass Lernende müde zur Arbeit kommen, z.B. nach Wochenenden. Zudem geht es damit verbunden auch um den Umgang mit den beruflichen Anforderungen, die in modernen Arbeitswelten tendenziell zunehmen. Das Thema Erholung spielt hier als Ressource eine wichtige Rolle (vgl. Ulich & Wülser, 2014)

Erholung während der Arbeit

Niemand arbeitet während des ganzen Tages mit derselben hohen Energie. Das Kennen der eigenen Leistungskurve während des Tages ist zunächst eine Voraussetzung für einen umsichtigen Umgang mit der persönlichen Energie. Damit verbunden spielen Pausen eine wichtige Rolle.

Rolle von Pausen

Grundsätzlich gilt, dass Pausen während der Arbeit umso wichtig werden, je höher die Anforderungen und Belastungen sind. Der Erholungswert von Pausen hängt u.a. ab von (vgl. Ulich & Wülser, 2014): 

  • der Häufigkeit
  • der Dauer
  • der zeitlichen Verteilung der Pausen

Das Müdigkeitsgefühl ist dabei kein ausreichender Hinweis für Ermüdung. Hier spielen auch motivationale Prozesse eine Rolle, z.B. weil man eine Aufgabe fertig machen will oder weil man zuungunsten einer Pause lieber früher nach Hause gehen möchte.

Aus Perspektive der Gesundheitsförderung sollten häufige, kurze Pausen gemacht werden, dies hat vor allem zwei Gründe (Ulich & Wülser, 2014):

  • Ermüdung nimmt im Zeitverlauf exponentiell zu
  • Zu Beginn von Pausen ist die Erholungswirkung besonders gross

Dabei darf nicht unterschätzt werden, dass Pausen oft auch aus sozialen Gründen gemacht werden. Zusätzliche Pausen führen dabei nicht zwingend zu einer Abnahme der Leistung, weil so ggf. nicht organisierte oder sogenannte „versteckte“ Pausen eher abnehmen.

Erholung in der Freizeit

Ein wesentlicher Teil der Erholung findet in der Freizeit statt. Erholung sollte dabei nicht auf die Ferien „verschoben“ werden, sie muss auch im Alltag eine Rolle spielen. Insgesamt sind in Zeiten zunehmender Anforderungen Erholungsrisiken zu beachten (in Anlehnung an Ulich & Wülser, 2014):

Erholungsrisiken haben also einerseits mit der betroffenen Person zu tun (Erholungsmotivation und -fähigkeit) und andererseits mit den arbeitsbezogenen und privaten Umweltbedingungen. Nachfolgend soll vor allem darauf eingegangen werden, was die Lernenden selber mit relativ wenig Aufwand tun können um sich gut zu erholen.

Folgende Massnahmen haben sich als erholungswirksam gezeigt.

  • Ritualisierung des Übergangs zwischen Arbeit und Freizeit: Gestalten Sie den Übergang zwischen Arbeit und Freizeit wenn möglich bewusst, z.B. durch einen Spaziergang oder durch Musik hören
  • Erholungsaktivitäten in der Freizeit: Erholung muss nicht immer das Gleiche heissen (Ulich & Wülser, 2014). Nach Ermüdung ist mit Erholung z.B. „Energie tanken“ gemeint, nach monotonen Aufgaben geht es darum „etwas Anregendes zu tun“ und nach stressigen Phasen darum „zur Ruhe zu kommen“. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

    • Mehr derselben Aktivität ist schlecht für die Erholung. Wenn Sie z.B. den ganzen Tag Computerarbeit verrichten, sollten sie am Abend „den Modus“ wechseln
    • Sportliche Aktivitäten sind gut für die Erholung
    • Soziale Aktivitäten sind ebenfalls erholungswirksam
    • Wenig anstrengende Aktivitäten wie eine Zeitschrift lesen sind ebenfalls erholungswirksam, wenn auch vergleichsweise etwas geringer ausgeprägt. Hier gilt es vor allem massvoll zu bleiben.

  • Ritualisierung des Übergangs zwischen Freizeit und Schlafen: Ritualisieren sie auch die letzte halbe Stunde vor dem Einschlafen bzw. die erste halbe Stunde nach dem Aufstehen. Bei Problemen mit Ein- oder Durchschlafen empfehlen sich zudem folgende Massnahmen:

    • Schlafen sie schlecht ein, gehen Sie erst ins Bett wenn sie wirklich müde sind.
    • Wachen Sie in der Nacht auf und können nicht wieder einschlafen, stehen sie einen Moment auf.
    • Wenn Sie Gedanken verfolgen, deponieren sie diese auf einem Block, den sie auf dem Nachttisch bereitlegen

Durch die Thematisierung der Bedeutung der Erholung kann ein erster Schritt in Richtung Sensibilisierung der Lernenden gemacht werden, u.a. anderem auch mit Bezug zu ihrem Freizeitverhalten.

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